1. Die Revolution des Adressraums
Während IPv4 mit 32 Bit lediglich 4,29 Milliarden Adressen bereitstellte (von der IANA 2011 vollständig erschöpft), bietet IPv6 mit 128 Bit einen nahezu unendlichen Adressraum:
2^128 = 340.282.366.920.938.463.463.374.607.431.768.211.456
(~3,4 × 10^38 Adressen)
Ein einzelnes /64-Standard-Subnetz enthält 18,4 Trillionen Adressen. Dadurch entfällt der Zwang zu Network Address Translation (NAT) vollständig.
2. RFC 5952: Kanonische Darstellungsregeln
- Führende Nullen weglassen:
2001:0db8::0001wird zu2001:db8::1gekürzt. - Doppelpunkt-Kompression (::): Die längste aufeinanderfolgende Kette von Null-Blöcken muss genau einmal durch
::ersetzt werden. - Ausschließlich Kleinbuchstaben: Hexadezimale Ziffern (a–f) werden strikt in Kleinbuchstaben geschrieben.
3. Subnetz-Hierarchie in IPv6
- /32: Standard-Zuweisung der RIRs an Internet Service Provider (ISPs).
- /48: Standard-Präfix für Unternehmensnetzwerke (ermöglicht 65.536 eigenständige /64-Subnetze).
- /64: Standard-Präfix für jedes lokale LAN-Segment (Voraussetzung für SLAAC, RFC 4862).
- /128: Einzelne Host-Adresse oder Loopback-Interface.
4. Dual-Stack und Migrationsstrategien
Beim Dual-Stack-Betrieb laufen IPv4 und IPv6 parallel auf derselben Hardwareschnittstelle. Der Happy-Eyeballs-Algorithmus (RFC 8305) sorgt dafür, dass moderne Browser bevorzugt IPv6 verwenden und bei Latenzproblemen nahtlos auf IPv4 zurückgreifen.